Vösendorf, 10.04.2015

Schnittiger Start in den Frühling

Richtige Pflege für den Garten

Schnittiger Start in den Frühling

Pflanzen wie Obstbäume oder Blütensträucher sind für viele Hobbygärtner ein wichtiger Teil des Gartens – als Nutzpflanzen oder einfach nur für die Optik. Doch die Realität im Frühling sieht oft kahl aus: Statt Blätter- und Früchtepracht macht der Garten ein eher trauriges Bild. Dabei ist es einfach, dem entgegen zu wirken. Mit dem richtig ausgeführten Pflanzenschnitt lässt sich der Frühling im blühenden Garten genießen.

Jeder zweite Haushalt in Österreich besitzt einen Garten. Dieser ist im Durchschnitt 649 m2 groß. Das bedeutet, dass 2,6 Millionen Gärten gepflegt werden müssen.* Jedoch nur durch die richtige Pflanzenpflege, wie den korrekten und zeitgemäßen Gehölzschnitt, lässt sich auch ein gesund lebender Garten verwirklichen. „Durch die Tatsache, dass viele Pflanzen von Botanikern gezüchtet werden, verlieren sie ihre urtümlichen Wachstumseigenschaften und müssen daher von Hand geschnitten werden. Vor allem die Wildtriebe müssen bei der Veredelung zurück geschnitten werden, um so den gezüchteten Wuchs zu gewährleisten", erklärt Helmut Jäger. Er ist Lehrer für theoretische und praktische Gartenbautechnik in der Gartenbauschule Langenlois. „Pflanzen benötigen Licht, um schön zu wachsen. Durch das Zurückschneiden werden die Pflanzen verjüngt und die Blütenbildung angeregt zu wachsen. Bei Bäumen ist es das Totholz – also das Holz, das ohne Licht abstirbt – das heraus geschnitten werden muss", so Jäger. Diesen Vorgang nennt man in der Fachsprache Erhaltungsschnitt.

Zur richtigen Zeit schneiden
Alle vier Jahreszeiten können ein richtiger Zeitpunkt für den Schnitt sein. Im Herbst und Winter sollte das Totholz abgeschnitten und entfernt werden. Erst im Frühling und Sommer, wenn die Pflanzen bereits grün sind und blühen, sollten Kürzungsschnitte vorgenommen werden. „Im Winter kann die Pflanze nach dem Schnitt nicht reagieren. Erst wenn die Pflanze grün ist, reagiert sie sofort auf die Wunde und versucht diese zu heilen. Diesen Vorgang nennt man Kallus bilden. Die Pflanze überwächst die Wunde und schließt sie", so Jäger. Der beste Zeitpunkt wäre also ab April oder Mai, wenn die Pflanzen bereits grün sind. Um keine Blüten opfern zu müssen, ist der Schnitt nach der Blüte optimal. Neben der Wahl der Jahreszeit sollte auch darauf geachtet werden, wie geschnitten wird. „Bei Minus Temperaturen zu schneiden ist sehr schlecht für das Holz. Denn zu dieser kalten Jahreszeit wird das Holz spröde und durch den Schnitt entstehen Risse, in die sich Schadorganismen leicht einnisten. Also unbedingt nur bei Plus Graden schneiden", mahnt Jäger.

Das Werkzeug macht den Schnitt
Beim Schnitt ist es wichtig auf den Astring zu schneiden. Jäger erklärt: „Beim Stamm rund um den Ast ist ein kleiner Ring zu erkennen, hier würde der Ast absterben, wenn er zum Beispiel zu wenig Licht bekäme. Dies ist auch der Punkt, den man wählen sollte, wenn man einen Ast abschneiden möchte. Denn dort kann er am besten verheilen." Es ist sehr wichtig, beim Schneiden immer ein scharfes Werkzeug zu wählen. Andernfalls entstehen Risse und eine Quetschstelle, die es der Pflanze erschwert zu verheilen.
„Vor allem Akku-Geräte, wie die STIHL Akku-Motorsäge sind momentan sehr im Trend, da sie leicht zu pflegen sind und immer leistungsstärker werden. Wichtig ist für sich selbst mit Hilfe eines Experten zu entscheiden, welches Gerät für die Gartenpflege passend ist", so Jäger. Stihl Akku- Motorsägen, Heckenscheren und Freischneider, wie die MSA 160 C-BQ, werden auf Grund ihrer Leichtigkeit, keiner Abgasabgabe und der geringeren Lärmbelästigung sehr gerne im Praktischen Unterricht verwendet.

Speziell: Junge Bäume und Hecken
Bei jungen Bäumen muss darauf geachtet werden, dass diese bereits in der Baumschule den Erziehungsschnitt erhalten haben. Darunter versteht man Schnittmaßnahmen bei Jungbäumen, um die Krone entsprechend der Funktion des Baumes anzupassen und Fehlentwicklungen zu vermeiden. „Das ist oft nicht der Fall, wenn man einen jungen Baum in einem Fachmarkt kauft. Es ist besser, dies in einer Baumschule zu tun, denn hier können Experten beraten", weiß Jäger, da er selbst schon Erfahrung mit falschen Schnitten gemacht hat. Auch bei Hecken ist der Schnitt mit Vorsicht zu genießen. Der Spätsommer, also Anfang September, ist die beste Zeit um die Hecken zu kürzen, da diese dann genug Zeit haben sich auf den Winter vorzubereiten und auch nicht viel mehr nachwächst. „So sind die Hecken dann sechs bis sieben Monate perfekt geschnitten und schön anzusehen. Erst nach der kalten Jahreszeit sollten sie dann wieder gekürzt werden", so Jäger.

Sowohl für den Baum- als auch für den Pflanzenschnitt gilt immer, einen Experten um Rat zu fragen. „Lieber einmal Geld in eine Planung für einen Garten investieren und dann step by step den Garten so verwirklichen, wie man ihn sich vorstellt. Und ein Gärtner weiß dann auch genau, wo welche Pflanze am besten wächst und wann diese geschnitten werden sollte", rät Jäger. Beherzigt man diesen Rat, steht dem grünen, blühenden Garten nichts mehr im Weg.

*Quelle: Spectra Marktforschung – VIKING-Gartenmarktstudie Österreich, 2014

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